FREITAGSPREDIGT: Das Paradies und die Hölle sind wahr

Das Paradies und die Hölle sind wahr
(20.07.2018)

 


Einen gesegneten Freitag, verehrte Geschwister.

 

In dem rezitierten Vers spricht Allah: “Und wetteifert nach der Vergebung eures Herrn und nach einem Garten, dessen Breite der von Himmel und Erde entspricht, der für die Gottesfürchtigen vorbereitet ist,”[1]

 

Unser Prophet (Friede sei mit ihm) erwiderte seinen Gefährten, die ihm nach dem wichtigsten Kriterium für den Eintritt in das Paradies fragten: “Frömmigkeit, also das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Allah und gute Ethik”.[2]

 

Verehrte Muslime!

 

Allah hat uns Menschen einen Willen und zwei aufeinander folgende Leben gegeben. Das Erste, vergängliche Leben ist das irdische. Das Zweite ist das ewige und unendliche jenseitige Leben. Das irdische Leben ist ein Acker des Jenseits. Das, was wir säen, werden wir ernten. Was wir als gute und gerechte Taten vollbringen, werden wir morgen im Jenseits vor uns wiederfinden. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns in einer Prüfung befinden. Das Ergebnis dieser Prüfung wird darin bestehen, entweder das Paradies zu erlangen oder in die Hölle zu kommen. Sowohl der Weg in das Paradies als auch in die Hölle führen von hier aus dorthin. Das Paradies und die Hölle (Himmel und Hölle) sind uneingeschränkt Tatsache.

 

Verehrte Geschwister!

 

Zum Weg in das Paradies gelangt man durch die Glaubensüberzeugung und durch gerechte Taten. Der Weg zur Hölle erfolgt durch Frevel (Gotteslästerung), Empörung und Sünde. Die ewige Befreiung liegt im Glauben und im gerechten Handeln. Die ewige Frustration dagegen liegt im Unglauben und in verwerflichen Taten.

 

Der Weg in das Paradies führ über das Gebet. Der Türspalt zur Hölle wird dagegen durch das Nichtbeten geöffnet. So wie das konzentrierte Gebet, bereitwilliges Fasten, gern geleistete Almosen, wahrhaftig geleistete Pilgerfahrt und Opfergabe uns ins Paradies führen, so werden uns die gegenteiligen Handlungen in die Hölle treiben. Gehorsam gegenüber Mutter und Vater werden uns in das Paradies verhelfen. Sich gegenüber unserem Partner, unseren Freunden, Nachbarn und Verwandten anständig zu verhalten, wird uns ins Paradies bringen. Die Gottesgaben, die wir besitzen, nur um Gottes Willen zu teilen, einem Waisen zu helfen, einen Armen zu speisen, einen Gestrandeten zu unterstützen, einen Kranken zu besuchen oder jemandem, der in Not ist, Geld zu leihen, ist ein Anlass, ins Paradies zu gelangen.

 

Verehrte Geschwister!

 

Ein anderer Punkt, der uns das Paradies erreichen lässt, ist rechtschaffener Charakter. Das bedeutet gegenüber Allah, gegenüber unserem Propheten und gegenüber der Umgebung aufrichtig und freundlich zu sein. Es bedeutet, sich nicht vom geraden Weg, der As-Sirat al-Mustaqim [الصراط المستقيم], also der islamischen Religion zu trennen. Es bedeutet ferner, treu zu sein und das Anvertraute nicht zu veruntreuen.

 

Ich möchte meine Predigt mit einem schönen Gebet unseres geliebten Propheten beenden: Oh Allah! Ich möchte von dir das Paradies und ich möchte von dir die Worte und die Taten, die uns dem Paradies näher bringen. Ich suche Zuflucht bei dir vor dem Höllenfeuer und vor Worten und Handlungen, die uns diesem annähern.”[3]

 

 

 

Mehmet Korkut
Religionsbeauftragter der Zentralmoschee DİTİB Chorweiler

 

[1] Ali İmran, 3/133
[2] Ibn Mace, Zühd, 29
[3] İbn Mace, Dua, 4

Quelle: www.ditib.de

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